Ratgeber · Wärmepumpe
Wärmepumpe in Marburg: Lohnt sich der Umstieg 2026?
Wie sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe in Marburg rechnet, worauf es bei Vorlauftemperatur, Lärm und Antrag ankommt und was die KfW-Förderung beiträgt: der vollständige Ratgeber für Mittelhessen, mit Rechenbeispiel und Quellen.
Süß Energie · · Aktualisiert am

Lohnt sich eine Wärmepumpe in Marburg im Jahr 2026?
Ob sich der Umstieg auf eine Wärmepumpe in Marburg 2026 rechnet, entscheiden drei Dinge: die Jahresarbeitszahl, das Preisverhältnis von Strom zu Gas und die Förderung. Die Jahresarbeitszahl hängt vor allem an der Vorlauftemperatur. Ein Wärmepumpentarif der Stadtwerke Marburg liegt 2026 im Arbeitspreis unter 30 Cent/kWh,1 und die KfW zahlt über das Programm 458 30 % Grundförderung, für selbstnutzende Eigentümer mit Boni insgesamt bis zu 70 %, bei kleinem Einkommen bis zu 80 %.2 Im Rechenbeispiel unten, mit angenommenen Kosten in Höhe des Förderhöchstbetrags, bleiben nach Förderung 15.120 € Eigenanteil, die sich nach rund 16 Jahren aus der Ersparnis zurückzahlen.
Wir planen Wärmepumpen in Marburg, Gießen und ganz Mittelhessen, bauen die Elektrik selbst und die wasserführende Seite zusammen mit einem Fachbetrieb. Ob der Umstieg von Gas oder Öl für Ihr Haus aufgeht, hängt an der Heizlast und an der Vorlauftemperatur, und der Antrag muss gestellt sein, bevor Sie einen Auftrag ohne Vorbehalt erteilen. Dieser Ratgeber zeigt, womit Sie 2026 rechnen sollten.
Warum jetzt umsteigen — und nicht 2027?
Drei Gründe sprechen gegen das Aufschieben, und alle drei stehen in der Förderrichtlinie. Erstens sinkt der Klimageschwindigkeitsbonus: Er beträgt 16 % für Anträge bis zum 31. Januar 2027, danach 12 %, ab 1. August 2027 8 % und ab 1. Februar 2028 4 %; für Anträge ab 1. August 2028 entfällt er. Zugleich sinkt der Förderhöchstbetrag für die erste Wohneinheit ab 1. Februar 2027 alle sechs Monate um 750 €.3 Zweitens sieht die Richtlinie ab dem ersten Quartal 2027 für Wärmepumpen nur noch 15 % Grundförderung vor, dazu 15 Prozentpunkte Wertschöpfungsbonus für Geräte mit Ursprung in der EU; die Einzelheiten sollen im zweiten Halbjahr 2026 bekannt gegeben werden.32 Drittens fördert der Bund ab dem 1. Januar 2028 nur noch Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln wie Propan (R290) oder Kohlendioxid (R744).3
Hinzu kommt die Rechtslage: Mit dem Gesetz vom 23. Juli 2026 heißt das Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), und die 65-Prozent-Regel für neue Heizungen (§ 71) ist weggefallen. Beim Ersatz einer Heizung im Bestand stehen mehrere Optionen offen, darunter die elektrisch angetriebene Wärmepumpe (§ 42). Wer nach dem 29. Juli 2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung neu einbaut, muss ab 2029 mindestens 10 % der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff erzeugen, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 % (§ 43).4
Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Außenluft Wärme und hebt sie über einen Kältemittel-Kreislauf auf Heizungstemperatur. Aus 1 kWh Strom werden im Jahresschnitt meist 3 bis 4 kWh Wärme;5 im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Luft/Wasser-Wärmepumpen im Bestand im Mittel 3,4, die schlechteste 2,6 und die beste 4,9.6 Diese Jahresarbeitszahl (JAZ) ist die zentrale Effizienzkennzahl: Ab 3,0 gilt eine Wärmepumpe als effizient,5 und die Förderung verlangt eine Auslegung auf mindestens 3,0.3
Das funktioniert auch im Altbau, wenn die Vorlauftemperatur passt. Das Fraunhofer ISE fand an 77 Wärmepumpen in Ein- bis Dreifamilienhäusern keinen Zusammenhang zwischen Baujahr und Effizienz, und ausreichend große Heizkörper können im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen betrieben werden wie Flächenheizungen.6 Die Häuser aus der Zeit vor 1977 waren in dieser Stichprobe im Schnitt etwas umfangreicher saniert als im Bundesdurchschnitt.6 Am effizientesten arbeiten Wärmepumpen mit Vorlauftemperaturen zwischen 30 und 50 Grad.5 Voraussetzung ist eine Heizlastberechnung und in vielen Fällen ein hydraulischer Abgleich, den die Förderung ohnehin verlangt. Erdwärmepumpen erreichten im Feldtest im Mittel 4,3, brauchen aber Bohrungen oder Erdarbeiten und sind deutlich teurer.65
| Anlagentyp | JAZ im Feldtest | Einordnung der Verbraucherzentrale |
|---|---|---|
| Luft-Wasser | Mittel 3,4 (2,6 bis 4,9) | Beliebteste Variante, vergleichsweise einfach und günstig zu installieren, etwas lauter |
| Erdwärme (Sole) | Mittel 4,3 (3,6 bis 5,4) | Effizienter, durch Bohrungen oder Erdarbeiten deutlich teurer, nicht jeder Boden eignet sich |
Was kostet eine Wärmepumpe in Marburg 2026?
Was eine Wärmepumpe kostet, hängt am Haus: an der Heizlast, am Aufstellort, an den Heizkörpern und am Zählerschrank. Deshalb gibt es bei uns keine Preisliste. Nach dem Ortstermin bekommen Sie ein Angebot, gerechnet für Ihr Haus, auf Wunsch mit Stückliste.
Für die Förderung zählen bei einem Einfamilienhaus Kosten bis 28.000 €; ab dem 1. Februar 2027 sinkt dieser Höchstbetrag alle sechs Monate um 750 €.3 Was darüber liegt, zahlen Sie ungefördert. Förderfähig sind neben dem Gerät unter anderem der hydraulische Abgleich, Heizkörper, Wärmespeicher, das Fundament, die unmittelbar mit der Anlage verbundene elektrische Infrastruktur und die Baubegleitung durch einen Energieeffizienz-Experten.72
Bei 28.000 € förderfähigen Kosten und einem Antrag im Jahr 2026 ergeben die Sätze der Richtlinie diese Zuschüsse:
| Fall | Fördersatz | Zuschuss |
|---|---|---|
| Grundförderung allein, etwa bei einem vermieteten Haus | 30 % | 8.400 € |
| Selbstnutzer, mindestens 20 Jahre alte Gasheizung ersetzt (+16 %) | 46 % | 12.880 € |
| dazu Einkommensbonus 10 % (zu versteuerndes Einkommen bis 50.000 €) | 56 % | 15.680 € |
| dazu Einkommensbonus 30 % (bis 40.000 €), rechnerisch 76 % | 70 % (Obergrenze) | 19.600 € |
| dazu Einkommensbonus 40 % (bis 30.000 €), rechnerisch 86 % | 80 % (Obergrenze) | 22.400 € |
Die Boni gibt es nur für selbstnutzende Eigentümer. Mit einem minderjährigen Kind im Haushalt, für das Kindergeld besteht, liegen die Einkommensgrenzen jeweils 10.000 € höher (Familienzuschlag).2
Welche BAFA-/KfW-Förderung gibt es 2026?
Die Heizungsförderung für Wohngebäude läuft 2026 über das KfW-Programm 458 auf Grundlage der BEG-Förderrichtlinie vom 17. August 2026, die seit dem 21. Juli 2026 gilt; das BAFA führt die Liste der förderfähigen Wärmepumpen.3 Der Zuschuss setzt sich aus der Grundförderung und, für selbstnutzende Eigentümer, zwei Boni zusammen. Die Förderung steht unter dem Vorbehalt verfügbarer Haushaltsmittel, einen Rechtsanspruch gibt es grundsätzlich nicht.2
Förderbausteine 2026 (kumulierbar bis 70 bzw. 80 %)
| Baustein | Satz | Voraussetzung |
|---|---|---|
| Grundförderung | 30 % | Einbau einer förderfähigen Wärmepumpe in ein Wohngebäude, dessen Bauantrag mindestens fünf Jahre zurückliegt; ab dem ersten Quartal 2027 15 %, dazu 15 Prozentpunkte Wertschöpfungsbonus für Wärmepumpen mit Ursprung in der EU |
| Klimageschwindigkeitsbonus | +16 % (Antrag bis 31.01.2027) | Selbstnutzer; Austausch einer funktionstüchtigen Öl-, Kohle-, Gas-Etagen- oder Nachtstromspeicherheizung oder einer mindestens 20 Jahre alten Gas- oder Biomasseheizung |
| Einkommensbonus | +10 %, +30 % oder +40 % | Selbstnutzer mit zu versteuerndem Haushaltsjahreseinkommen bis 50.000 €, 40.000 € oder 30.000 € |
Kritisch: Ein Vertrag ohne die Bedingung, dass er erst mit der KfW-Zusage gilt, oder der Start der Bauarbeiten vor dem Antrag zählt als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Der Antrag wird mit der Bestätigung zum Antrag und dem bedingten Vertrag in „Meine KfW“ gestellt; nach der Zusage dürfen Sie sofort beginnen und haben 36 Monate, um die Maßnahme fertigzustellen.2
Zusätzlich bietet die KfW mit den Programmen 358 und 359 einen Ergänzungskredit von bis zu 120.000 € je Wohneinheit, der bis zu 100 % der Kosten einer bezuschussten Maßnahme zwischenfinanziert; Haushalte mit einem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen bis 90.000 € erhalten im Programm 358 einen zusätzlichen Zinsvorteil.8 Der Steuerbonus nach § 35c EStG ist dagegen eine Alternative zum Zuschuss, keine Ergänzung: Er ermäßigt die Einkommensteuer über drei Jahre um insgesamt 20 % der Aufwendungen (7 %, 7 % und 6 %), höchstens um 40.000 € je Gebäude, setzt ein selbst genutztes Gebäude voraus, das älter als zehn Jahre ist, und entfällt, wenn für dieselbe Maßnahme ein steuerfreier Zuschuss oder ein zinsverbilligtes Darlehen in Anspruch genommen wird.9
Hinweis zu lokalen Programmen: Die Stadt Marburg hat ihr Programm „Klimafreundlich Wohnen“ ausgesetzt, für neu beauftragte Vorhaben sind Anträge derzeit nicht möglich. Ein eigenes städtisches Förderprogramm für Wärmepumpen führt die Stadt nicht auf.10
Wie hoch sind die laufenden Kosten — und wann amortisiert sich das?
Die förderfähigen Kosten im Beispiel sind angenommen und entsprechen dem Förderhöchstbetrag; sie sind kein Preis von uns. Das Beispiel rechnet mit einem Einfamilienhaus, das im Jahr 18.000 kWh Gas verbraucht. Die Gasheizung liefert daraus rund 16.200 kWh Wärme (0,9 kWh Wärme je kWh Gas); eine Wärmepumpe mit der Jahresarbeitszahl 3,6 braucht dafür 4.500 kWh Strom. Mit einem Wärmepumpentarif von 27 Cent/kWh sind das 1.215 € Stromkosten, gegenüber 2.160 € für das Gas bei 12 Cent/kWh. Die jährliche Ersparnis liegt also bei 945 €.
Wirtschaftlichkeitsrechnung: Luft-Wasser-WP, EFH Marburg
Investition
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Förderfähige Kosten (angenommen, in Höhe des Höchstbetrags) | 28.000 € |
| KfW-Zuschuss (30 % + 16 % = 46 %) | – 12.880 € |
| Eigenanteil | 15.120 € |
Jährliche Ersparnis
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Heizkosten Gas (alt) | 18.000 kWh × 0,12 € | 2.160 € |
| Heizkosten WP (neu) | 4.500 kWh × 0,27 € | 1.215 € |
| Ersparnis pro Jahr | 945 €/Jahr |
Amortisation nach: ≈ 16 Jahren
Annahmen: Gaspreis 12 ct/kWh, WP-Stromtarif 27 ct/kWh, JAZ 3,6, Selbstnutzer, Gasheizung mindestens 20 Jahre alt, Antrag im Jahr 2026, ohne Grundpreise, Wartung und Einkommensbonus. Zur Einordnung: Die Stadtwerke Marburg nennen für Erdgas 11,07 bis 13,90 Cent/kWh brutto im Arbeitspreis und für ihren Wärmestromtarif ab 1. Januar 2026 26,69 Cent/kWh brutto, jeweils zuzüglich Grundpreis.1 Mit einem Einkommensbonus von 10 % wären es 56 % Förderung, 12.320 € Eigenanteil und rund 13 Jahre. Die Zeit verkürzt sich, wenn Gas teurer oder Strom günstiger wird.
Die Rechnung hängt an der Jahresarbeitszahl, am Preisverhältnis von Strom zu Gas und am CO₂-Preis auf Gas. Für 2026 legt § 10 Absatz 2 BEHG einen Preiskorridor von 55 bis 65 € je Tonne CO₂ fest (2024: 45 €, 2025: 55 €); für die Jahre danach nennt Absatz 2 keinen Preis.11 Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, kann einen Teil des Wärmepumpenstroms selbst erzeugen; im Winter reicht der Solarertrag dafür nicht aus.5 Die Rechnung muss deshalb auch ohne das Dach aufgehen.
Was bedeutet das konkret für Marburg und Mittelhessen?
Welcher Netzbetreiber zuständig ist, hängt von der Adresse des Hausanschlusses ab. In Marburg und Umgebung sind es je nach Adresse die Stadtwerke Marburg, EAM Netz, OVAG Netz, Syna oder Mittelhessen Netz; die exakte Zuständigkeit klären wir je Adresse vor der Netzanmeldung. Jede Wärmepumpe muss beim Netzbetreiber angemeldet werden;5 das übernehmen wir. Der Wärmestromtarif der Stadtwerke Marburg braucht einen zusätzlichen Zähler, und der Netzbetreiber kann den Bezug zu Spitzenlastzeiten unterbrechen.1
Mehr zur Photovoltaik steht im Ratgeber Solaranlage in Marburg; die Kombination mit Wärmepumpe und Wallbox planen wir als ein Projekt.
Beim Lärm gelten zwei Grenzen nebeneinander. Für das Gerät verlangt die Förderung, dass das Außengerät mindestens 10 dB unter den Geräuschemissionsgrenzwerten der Ökodesign-Verordnung (EU) Nr. 813/2013 liegt.3 Für den Aufstellort gilt die TA Lärm: Nachts, von 22 bis 6 Uhr, betragen die Immissionsrichtwerte am maßgeblichen Immissionsort 35 dB(A) in reinen und 40 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten, 45 dB(A) in Kern-, Dorf- und Mischgebieten. Maßgeblich ist der Ort, an dem eine Überschreitung am ehesten zu erwarten ist, bei bebauten Flächen 0,5 m vor der Mitte des geöffneten Fensters des am stärksten betroffenen schutzbedürftigen Raums. Welches Gebiet gilt, ergibt sich aus dem Bebauungsplan, ohne Bebauungsplan aus der Schutzbedürftigkeit des Gebiets.12
So planen wir den Umstieg in Marburg — der Ablauf
Heizungstausch zur Wärmepumpe in Marburg — Ablauf in 7 Schritten
- Ortstermin: Wir prüfen den Zustand der Bestandsheizung, mögliche Aufstellorte und den Wärmebedarf.
- Heizlastberechnung: Beim Ortstermin rechnen wir die Heizlast Ihres Gebäudes. Diese Zahl entscheidet über die Anlagengröße.
- Förderberatung & Angebot: Berechnung Ihres individuellen Fördersatzes (bei einem Antrag im Jahr 2026 zwischen 30 und 80 %) und ein Angebot für Elektrik, Zählerschrank und Montage, gerechnet für Ihr Haus, auf Wunsch mit Stückliste.
- Auftrag mit Vorbehalt und KfW-Antrag: Kritisch: Aufträge für die Maßnahme gelten erst mit der KfW-Zusage; ohne diese Bedingung zählt ein Auftrag als Vorhabenbeginn und schließt die Förderung aus. Wir bereiten die Unterlagen mit Ihnen vor, den Antrag stellen Sie selbst.
- Installation und Anschluss: Fachgerechter Einbau nach Förderzusage: Elektrik, Zählerschrank und Anschluss bauen wir, die wasserführende Seite zusammen mit einem Fachbetrieb. Zeit und Dauer nennen wir Ihnen vorher.
- Hydraulischer Abgleich Verfahren B: Voraussetzung der Förderung, gesetzlich vorgeschrieben erst bei Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen oder sonstigen selbständigen Nutzungseinheiten;34 die Anlage wird zusammen mit einem Fachbetrieb auf Ihre Heizkörper abgestimmt.
- Inbetriebnahme & Förderauszahlung: Wir bereiten die Schlussunterlagen mit Ihnen vor, Sie reichen die Nachweise bei der KfW ein. Die KfW prüft sie, oft sofort, sonst meldet sie sich in der Regel innerhalb eines Monats.2
Wärmepumpe + PV + Wallbox: das Zusammenspiel
Wärmepumpe, Photovoltaik und Wallbox hängen am selben Hausanschluss; deshalb planen wir sie als System und nicht als drei separate Projekte. Eine 10-kWp-Photovoltaikanlage mit Südausrichtung und 35 Grad Neigung erzeugt in Marburg nach dem EU-Rechenwerkzeug PVGIS rund 10.360 kWh im Jahr;13 wie viel davon in die Wärmepumpe fließt, hängt von Dach, Speicher und Betrieb ab.
Für die elektrische Anbindung bekommt die Wärmepumpe einen eigenen, abgesicherten Abgang in der Verteilung, eine typische Aufgabe der Elektroinstallation. Die Förderung verlangt für neu eingebaute Wärmepumpen außerdem eine digitale Schnittstelle zur netzorientierten Steuerung nach § 14a EnWG, und wer am Hausanschluss noch kein intelligentes Messsystem hat, muss für die Förderung den Einbau beim Messstellenbetreiber bestellen, spätestens bis zur Inbetriebnahme.37 Den Platz für die Steuerbox richten wir im Zählerschrank ein; die Steuerbox selbst bringt der Messstellenbetreiber oder der Netzbetreiber.
Kennzahlen 2026 im Überblick
| Kennzahl | Wert | Bezug |
|---|---|---|
| Maximale Förderung | 70 % | der förderfähigen Kosten, 80 % bei kleinem Einkommen |
| Förderfähige Kosten, EFH | bis 28.000 € | Antrag bis 31.01.2027, danach sinkend |
| JAZ Luft-Wasser | 3,0–4,0 | Jahresarbeitszahl; im Feldtest im Mittel 3,4 |
| Vorlauftemperatur | 30 bis 50 °C | am effizientesten (Verbraucherzentrale) |
| Wärmestromtarif SWMR | 26,69 ct/kWh | Arbeitspreis brutto, Grundpreis 9,22 €/Monat |
| Amortisation im Beispiel | rund 16 Jahre | 46 % Förderung, ohne Photovoltaik |
Fazit
Ob sich die Wärmepumpe für Ihr Haus rechnet, entscheiden die Jahresarbeitszahl, das Preisverhältnis von Strom zu Gas und die Förderung. Die Jahresarbeitszahl hängt vor allem an der Vorlauftemperatur; deshalb beginnt jede Rechnung mit der Heizlast, den Heizkörpern, dem Aufstellort und dem Lärm. Im Rechenbeispiel zahlt sich der Eigenanteil nach rund 16 Jahren aus der Ersparnis zurück, mit Einkommensbonus früher.
Der veränderliche Teil ist die Förderung. Maßgeblich für den Klimageschwindigkeitsbonus und den Höchstbetrag ist der Tag der Antragstellung.2 Der Klimageschwindigkeitsbonus und der Förderhöchstbetrag sinken ab 1. Februar 2027 halbjährlich, und ab dem ersten Quartal 2027 sieht die Richtlinie für Wärmepumpen nur noch 15 % Grundförderung vor. Wer die Förderung nutzen will, stellt den Antrag deshalb früh, bevor er einen Auftrag ohne Vorbehalt erteilt.
Sie möchten Ihre Heizung modernisieren?
Wenn Sie wissen möchten, ob sich der Umstieg für Ihr Haus rechnet, können Sie Ihr Projekt anfragen: ein Anruf, dann der Ortstermin. Dort prüfen wir vor Ort die Heizung und rechnen die Heizlast; danach bekommen Sie ein Angebot, gerechnet für Ihr Haus. Wir rechnen Ihren Fördersatz und bereiten die Förderunterlagen mit Ihnen vor; den KfW-Antrag stellen Sie selbst. Mehr zu unseren Wärmepumpen-Leistungen in Marburg und Gießen finden Sie auf der Übersichtsseite.
Hinweis: Förderhöhen, KfW-Programme und gesetzliche Anforderungen ändern sich. Stand der Angaben: Oktober 2026. Vor dem Antrag empfehlen wir einen aktuellen Abgleich mit den primären Quellen (KfW, BAFA).
Quellen
-
Stadtwerke Marburg: Stromtarife (SWMRWärmestrom ET, Preise ab 01.01.2026) und Erdgastarife, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2 ↩3
-
KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude (458) und Merkblatt Zuschuss Nr. 458, Stand 09/2026, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8
-
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie: Förderrichtlinie für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) vom 17. August 2026, Bundesanzeiger BAnz AT 27.08.2026 B1, Nummern 3.1, 3.4, 8.3, 8.4 und 9.2.1, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6 ↩7 ↩8 ↩9
-
Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden (Gebäudemodernisierungsgesetz, GModG): § 42, § 43 und § 60c, Stand: zuletzt geändert durch das Gesetz vom 23. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 226), abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2
-
Verbraucherzentrale: Wärmepumpe: Alles, was Sie wissen müssen, Stand 14.04.2026, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4 ↩5 ↩6
-
Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau klimafreundlich – Forschungsprojekt abgeschlossen, Presseinformation 2025, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2 ↩3 ↩4
-
KfW und BAFA: Infoblatt zu den förderfähigen Maßnahmen und Leistungen – Sanieren, Version 11.0 (09/2026), Nummern 4, 4.1.3.2, 4.2.3 und 4.2.5, abgerufen am 14.10.2026. ↩ ↩2
-
KfW: Ergänzungskredit für Wohngebäude (358, 359), abgerufen am 14.10.2026. ↩
-
§ 35c Einkommensteuergesetz, Absätze 1 bis 3, und Bundesfinanzministerium: Steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen, abgerufen am 14.10.2026. ↩
-
Stadt Marburg: Förderprogramme für mehr Klimaschutz und Klimaanpassung, abgerufen am 14.10.2026. ↩
-
§ 10 Brennstoffemissionshandelsgesetz, abgerufen am 14.10.2026. ↩
-
Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (TA Lärm), Nummern 2.3, 6.1, 6.4 und 6.6, und Anhang Nummer A.1.3, abgerufen am 14.10.2026. ↩
-
Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle: PVGIS 5.3, Strahlungsdatenbank PVGIS-SARAH3, Standort 50,81 °N 8,77 °O, 10 kWp, Neigung 35 Grad, Südausrichtung, Systemverluste 14 %, Jahresertrag 10.365 kWh, abgerufen am 14.10.2026. ↩